PageSpeed Optimierung/Ladezeit verbessern · 2019

Hier erfahren Sie, was PageSpeed ist und warum es ein wichtiger Ranking-Faktor für die Suchmaschinenoptimierung ist.

Hier erfahren Sie, was PageSpeed (Ladezeit) ist und warum es ein wichtiger Ranking-Faktor für die Suchmaschinenoptimierung ist. Außerdem erklären wir Ihnen mit 9 praktischen Tipps, wie Sie Ihre Webseitengeschwindigkeit optimieren können.

Bevor Sie mit dem Lesen fortfahren, empfehlen wir Ihnen unbedingt unseren Artikel Was ist SEO. Dort erfahren Sie die Grundlagen zum Thema SEO. Dieses Wissen ist ein wichtiger Bestandteil dieses Artikels.

Übersicht

Was ist PageSpeed?

PageSpeed ist der Fachausdruck für die Ladezeit einer Webseite. Nichts ist frustrierender als eine langsam ladende Webseite. Man möchte sich nur kurz über ein Thema informieren, doch die Seite lädt einfach nicht. Das Resultat sind hohe Abbruchraten. Für jeden Webseitenbetreiber gilt deshalb: diese Abbruchrate zu vermindern.

Jede Sekunde ist wertvoll. Im Bereich des E-Commerce ist es extrem wichtig, eine schnelle Webseite zu präsentieren. Sonst mindert sich der Umsatz drastisch. Oder kommt gar nicht zustande. Folgen Sie den Tipps in diesem Beitrag, um eine schnellere Webseite zu erhalten. Sie werden den Umsatzboost möglicherweise schnell merken.

Wieso ist die Ladezeit wichtig?

Stellen Sie sich einmal vor, Sie möchten etwas online bestellen. Sie suchen über eine Suchmaschine nach einer passenden Lösung für Ihr Problem. Sie klicken eine Verkaufswebseite an, diese lädt aber nicht. Unterbewusst wird Ihnen sofort klar: Das dauert mir zu lange. Sie brechen ab und suchen eine andere Webseite. Dieses Verhalten lässt sich sogar statistisch und psychologisch nachweisen.

Die Ladezeit ist nicht bei jedem Nutzer identisch. Sie unterscheidet sich drastisch. Beispielsweise können Mobilnutzer einen erheblichen Nachteil erfahren, wenn diese in einem langsamen Mobilnetz surfen. Sie als Webseitenbetreiber haben dafür Sorge zu tragen, dass sich auch diese Nutzergruppe auf Ihrer Webseite schnell wohlfühlt.

Ein wichtiger Faktor ist also die Anzahl der Daten, die heruntergeladen werden muss. Je langsamer die Internetgeschwindigkeit des Endnutzers ist, desto länger dauert der Aufbau und die Anzeige der Webseite. Ihr Ziel sollte es also sein, so wenig Daten wie möglich übertragen zu lassen. Wie Sie das bewerkstelligen, erfahren Sie weiter unten in diesem Beitrag.

PageSpeed als Ranking-Faktor

Wie Sie in unserem Was ist SEO Artikel bereits erfahren können, spielt die Nutzererfahrung eine wichtige Rolle im Suchmaschinen Ranking Ihrer Webseite. Je positiver die Erfahrung für Nutzer auf Ihrer Webseite ausfällt, desto besser wird sich Ihr Ranking langfristig verhalten.

Da eine langsame Webseite bei den meisten Nutzern für Frust sorgt, wird Ihre Webseite von Suchmaschinen (Google) schlechter bewertet. Aus diesem Grund sollten Sie unbedingt weiterlesen. Wir helfen Ihnen dabei, das Maximum aus Ihrer Webseite rauszuholen.

Wie wird die Ladezeit gemessen?

Die Ladezeit ihrer Webseite kann in mehrere Kategorien aufgeteilt werden. Jede einzelne davon ist wichtig für die Nutzererfahrung. Somit ergibt sich daraus auch ein Faktor für das Ranking und die Bewertung Ihrer Webseite durch Suchmaschinen.

PageSpeed
Mobil Netze können langsam sein

Beachten Sie, dass Google mittlerweile zwischen Desktop und Mobil unterscheidet. Die Rankings für Suchanfragen am Desktop unterscheiden sich in der Regel von Suchanfragen via Mobiltelefonen. Je besser Ihre Webseite in langsamen Netzwerken reagiert, desto positiver wird Ihr Ranking ausfallen. Das ist allerdings nicht der einzige Faktor dafür.

TTFB (Time to first byte)

Die TTFB (Time to first byte) beschreibt die Dauer von Anfrage bis zum ersten Paket mit Webseiteninformationen. Ein Browser fragt den Server an, der Server bearbeitet die Anfrage und schickt eine Antwort zurück. In dieser Zeitspanne wartet der Browser des Nutzers auf Informationen. Der Browser ist also in einer Art „Idle“ und kann nichts machen. Erst, wenn die ersten Webseiten-Daten beim Browser angelangen, können Informationen auf dem Bildschirm des Nutzers angezeigt werden. Es gilt also, diese Zeit sehr gering zu halten. Sollten Sie beispielsweise ein PHP Script verwenden, das sich zu einer langsamen Datenbank verbindet, erhöht sich diese Zeit enorm. Denn die Webseite wird auf dem Server zusammengebaut und erst dann herausgesendet. In unseren 9 Tipps finden Sie Informationen darüber, wie ein schnelles Webhosting zu besseren Zeiten beitragen kann.

Dauer bis zur Übertragung des Dokumentes

Es wird gemessen, wie lange es dauert, bis der Browser das HTML Konstrukt der Webseite erhalten hat. Diese Zeit beinhaltet die TTFB. Die Differenz zur TTFB sollte nicht zu hoch sein. Andernfalls ist das ein Indiz für zu viel HTML-Konstrukte Ihrer Webseite.

Dauer bis zur Übertragung des Dokumentes inkl. Ressourcen

Es wird gemessen, wie lange es dauert, bis der Browser das HTML Konstrukt der Webseite, sowie alle weiteren Ressourcen, erhalten hat. Diese Zeit beinhaltet die TTFB (Time to first byte).

Ein Webseite besteht nicht nur aus HTML. Es beinhaltet meistens Abhängigkeiten zu Scripten, Stylesheets, Bildern und Videos. Diese Dateien, sofern sie im HTML verknüpft sind, werden beim Laden der Webseite heruntergeladen und ausgeführt. Je mehr Dateien und Bandbreite angefordert werden, desto länger benötigt der Browser, um die Seite vollständig anzuzeigen. Viele Dateien sollten vermieden werden.

Dauer bis zur Übertragung des Dokumentes bis zur Interaktivität

Browser sind bereits so weit optimiert, dass diese die wichtigsten Inhalte als erstes Laden. Der wichtigste Inhalt ist natürlich das, was als erstes angezeigt wird. Man spricht dabei vom „Above the fold“ Bereich. Nämlich der oberste Bereich einer Webseite. In diesem Bereich muss der Nutzer die ersten Informationen auffangen können und mit der Seite interagieren. Dies ist besonders wichtig, denn es ist das erste, was der Nutzer erwartet. Deshalb sollten die wichtigsten Informationen dort stehen.

Die Zeit bis zur ersten Interaktivität beschreibt die Dauer von Anfrage bis zur ersten Anzeige des „Above the fold“ Bereichs. Inhalte, die danach geladen werden, sind nicht das wichtigste. Denn die Zeit zwischen „Scrollen außerhalb des Above the fold Bereichs“ und Vollständigem laden der Webseite sollten hoch genug sein.

Was verursacht hohe Ladezeiten?

Wie bereits beschrieben, gibt es viele Faktoren für die Ladezeit. Direkt beeinflussbar ist das, was die Webseite an den Browser sendet. Das sollten Sie unbedingt optimieren.

Nicht optimierte Bilder

Wenn Sie auf Ihrer Webseite beispielsweise eine Vorschau-Galerie anzeigen, neigen viele Webmaster dazu, die Originalbilder zu verwenden. Auf der Webseite werden die Bilder nur „in klein“ (Thumbnail) und erst mit einem Klick darauf als Vollbild angezeigt. Der Webbrowser muss bei der Anfrage das komplette Bild herunterladen. Im Zweifel werden dabei mehrere Megabyte an Traffic verwendet. Man spricht dann von mangelnder Optimierung der Bilder.

Sie können als Vorschau eine verkleinerte und komprimierte Version des Bildes herunterladen lassen. Vorteilsmäßig muss der Browser dann weniger Daten downloaden. Wie bereits gelernt, kommt das der Ladezeit zu Gute. Als Vollbildversion sollten Sie auch nicht das Raw Bild des Bildes übergeben. Die meisten Desktops zeigen 1920×1080 an. Mobilgeräte manchmal sogar weniger. In unserem 9 Tipps zur PageSpeed Optimierung erfahren Sie mehr.

Übermäßige Werbung

Wir können verstehen, wenn Sie Ihre Unternehmung durch Werbung refinanzieren möchten. Doch sollten Sie auf jeden Fall an den Nutzer denken. Dieser fühlt sich bei zu viel Werbung meist überfordert. Daraus resultiert der Nebeneffekt, dass dieser – durch massive Ablenkung -nicht sofort an die Information kommt, wie gewünscht.

Verzichten Sie in jedem Fall auf überreizende Werbung. Denn auch diese sorgt, vor allem bei Mobil-Nutzern, für eine stark erhöhte Ladezeit. Je nach Leistung des Gerätes wird die Webseite nicht rechtzeitig Interaktiv. Die Abbruchrate steigt. Und die Schaltung von Werbung sorgt für einen Rückgang Ihrer Webseitenbesuche. Finden Sie bitte die perfekte Balance zwischen Ablenkung und Refinanzierung.

Cross-Server-Downloads

Wenn Sie beispielsweise mehrere Scripts von verschiedenen Servern laden, haben Sie den Effekt, dass die Seite länger lädt. Denn jede Domain muss zunächst per DNS aufgelöst werden, ehe der Browser eine Anfrage an den Server senden muss. Zwar werden DNS Einträge in der Regel lokal auf dem Gerät zwischengespeichert, jedoch zählt der erste Eindruck. Benötigt die Webseite viele Ressourcen von verschiedenen Servern, verzögert sich die erste Interaktivität Ihrer Webseite enorm. Weiter unten haben wir für Sie einige Live-Beispiele zusammengefasst, die den Unterschied klar machen.

Verzichten Sie also auf jeden Fall darauf, mehrere Domains in Ihrem Dokument laden zu lassen; viel besser ist es, diese gemeinsam auf Ihrem lokalen Server oder auf einem CDN (mehr dazu hier) zu hosten.

Wie kann ich meine Ladezeit testen? (Free tools)

Es gibt mehrere Tools mit denen Sie die Ladezeit Ihrer Webseite kostenlos testen können. Wir empfehlen, diese Tools nach jedem technischen Update Ihrer Webseite zu nutzen. In der Regel geben Ihnen solche Tools einen Einblick in die wichtigsten Kennzahlen. Ebenfalls stellen die meisten Tools auch nützliche und detaillierte Informationen zur Verbesserung Ihrer Webseite bereit. Sie müssen die Vorschläge dann bloß noch umsetzen.

PageSpeed Insights

Analysieren Sie Ihre Webseite mit PageSpeed Insights. Das Tool wird von Google bereitgestellt. Diese Tatsache lässt vermuten, dass der Suchmaschinen Riese die im Tool verfügbaren Metriken für das Ranking verwendet.

Gehen Sie dazu einfach auf PageSpeed Insights und geben Sie einen Webseitenlink Ihrer Webseite ein. Klicken Sie auf „Analysieren“. Warten Sie einen kurzen Augenblick. Der Vorgang dauert ein paar wenige Sekunden.

Google PageSpeed Test

Hier finden Sie viele Metriken zur Ladezeit Ihrer Webseite. Weiter unten finden Sie noch mehr Details zu den getesteten Punkten. Sie können dort ansetzen, um Ihre Webseite zu verbessern.

Ihnen werden unter anderem die folgenden Daten präsentiert:

  • Wann die ersten Inhalte gezeichnet wurden
  • Zeit bis Interaktivität
  • Wann alle Inhalte gezeichnet wurden
  • Wann die CPU zum ersten mal im Leerlauf war
  • Ressourcen, die das Rendering blockieren
  • Probleme mit Webfonts
  • Statische Inhalte mit/ohne Cache

Google Analytics

Wenn Sie auf Ihrer Webseite Google Analytics verwenden, können Sie die Ladezeiten Ihrer Webseite im Dashboard abrufen. Gehen Sie dazu auf „Verhalten“ und dann auf „Webseitengeschwindigkeit“. Ihnen werden die Metriken der Durchschnittlichen Seitenladezeit angezeigt.

Google Analytics: Webseitengeschwindigkeit

Wenn Sie in Analytics mit Segmenten arbeiten, können Sie dies sogar nach Mobil und Desktop-Nutzern filtern.

PageSpeed-Test von experte.de (Neu)

Mit dem Bulk PageSpeed Test von experte.de ist es möglich, sofort mehrere Seiten zu testen. Das ist mit vergleichbaren Werkzeugen bislang nicht möglich. Geben Sie beispielsweise die Startseite Ihrer zu optimierenden Webseite an, bewertet dieses Tool auch automatisiert alle Unterseiten. Deshalb sind die Resultate identisch. Es steht Ihnen sogar frei, bloß eine Liste von URLs abzufragen. Besonders interessant ist die Keyword-Suche. Sie können ein Suchschlagwort eingeben; das Tool wird dann automatisch eine vielzahl von Google SERPs automatisiert analysieren. So können Sie sehen, wie Sie im Vergleich zur direkten Konkurrenz stehen. Im Hintergrund führt das Tool mehrere Google PageSpeed Insights-Anfragen durch. Das ist praktisch.

Ergebnisse der Keyword-Suche „vServer mieten“ auf experte.de

Alle Fachwörter werden auf der Seite nochmals verständlich erklärt; ein tolles Werkzeug für jeden Webseitenbetreiber!

Wie schnell sollte meine Webseite sein?

Eine Webseite sollte schnell laden. Das wissen Sie bereits. Doch was genau ist „schnell“? Diese Frage beantworten wir Ihnen nun.

Eine Verkaufsseite mit vielen Informationen und Elementen ist optimalerweise nach 2 Sekunden interaktiv. Vollständig geladen sollte diese nach 4 Sekunden sein.

Webseiten, die länger als 4 Sekunden für den Aufbau und die Anzeige der kompletten Inhalte benötigen, sind in der Regel schlecht optimiert. Das lässt sich aus der Abbruchrate ablesen. Wenn Sie Ihre Seite optimieren, werden Sie garantiert eine niedrigere Abbruchrate feststellen. Voraussetzung ist natürlich, dass Ihre Webseite den erwarteten Inhalt anzeige und Relevant genug ist.

Wie kann ich die Ladezeit optimieren?

Wir geben Ihnen 9 Tipps, wie Sie die Ladezeit Ihrer Webseite optimieren können. Diese Tipps sollten Sie sich unbedingt ansehen, damit Sie einen Vorteil gegenüber Ihren Mitbewerbern haben und Google Sie dafür mit besseren Platzierungen belohnen kann. Doch das Wissen allein hilft Ihnen natürlich nicht weiter, Sie müssen die Optimierung selbst in die Hand nehmen und umsetzen.

Auf welche Faktoren habe ich keinen Einfluss?

Es gibt einige Faktoren, die Sie nicht beeinflussen können. Diese zeigen wir Ihnen zunächst auf. Anschließend geben wir Ihnen 9 Tipps zur PageSpeed Optimierung.

Netzwerk des Nutzers

Wenn der Nutzer beispielsweise eine 1 MBit/s-Leitung hat, wird dieser immer langsam im Internet surfen. Webseiten laden langsamer, weil weniger Daten zur gleichen Zeit heruntergeladen werden können. Noch schlimmer ist es für Mobilgeräte, die vom Mobilfunkunternehmen gedrosselt wurden. Diese surfen manchmal mit weniger als 32 kbit/s. Das sind 0,004 MB pro Sekunde. Für einen ganzen Megabyte würde dieses Gerät 250 Sekunden (~4 Minuten) benötigen. Denken Sie bei Ihrer Webseite an diese Menschen.

Google testet PageSpeed auf Mobilgeräten

Suchmaschinen testen die Performance Ihrer Webseite sehr detailliert. Wir wissen, dass Google eine langsame Internetverbindung simuliert und Ihre Webseite damit testet. Lädt die Webseite im Vergleich zu Mitbewerbern langsamer, werden Sie in den SERPs für Mobilgeräte Rankingplätze verlieren.

Schnelligkeit des Browsers

Sie haben keinerlei Einfluss auf die Schnelligkeit des Browsers. Je niedriger die System Rechenleistung des Nutzers ist, desto höher ist auch die Ladezeit. Das liegt daran, dass Browser mehrere Ressourcen gleichzeitig herunterladen können. Wenn die Rechenleistung diese Parallelität aber nicht zulässt, werden Ressourcen hintereinander heruntergeladen. Deshalb sollten nicht zu viele Scripts und Styles verwendet werden. Es gibt noch immer viele Nutzer mit veralteten Windows XP Rechnern. Oder sogar veralteten Android Versionen.

9 Tipps zur PageSpeed Optimierung

Wir geben Ihnen nun 9 wertvolle Tipps zur Optimierung Ihrer Webseite. Setzen Sie diese bitte auf Ihrer Internetpräsenz um.

Tipp 1: Nutzen Sie ein schnelles Webhosting

Damit Ihre Webseite schnell geladen wird, ist ein schnelles Webhosting unumgänglich. Lassen Sie die Finger von günstigen Webhosting Angeboten. Diese sind meist nicht für massenhaften Traffic ausgelegt. Sie teilen sich die Serverleistung meist mit anderen Kunden. So haben Sie nicht immer das gleiche Leistungserlebnis. Gerade in Spitzenzeiten könnte der Server langsam werden.

Wenn Sie mit Ihrer Webseite Geld verdienen möchten, sollten Sie Ihre Webseite einem Webhoster mit Premium Webserver anvertrauen. Vergleichen Sie einfach mal die Preise verschiedenster Webhosting Angebote und wählen Sie nicht das günstigste.

Mit einem schnellen Webserver können Sie beruhigt schlafen und immer die gleiche Leistung erwarten. Sie können damit auch besser skalieren. Sollten Sie ein erhöhtes Trafficaufkommen erfahren, sollte der Server niemals überlastet sein.

Wenn Sie aber ein WordPress mit vielen Plugins verwenden oder ein anderes CMS mit übermäßig vielen Erweiterungen, ist ein schnelles Premium Webhosting unumgänglich. Verzichten Sie in jedem Fall auf nicht benötigte Erweiterungen.

Tipp 2: Optimieren Sie Ihre Bilder

Sie sollten die Übertragungsgröße Ihrer Ressourcen möglichst gering halten. Bilder sind dabei ein bekannter Stolperstein. Laden Sie beispielsweise Bilder Ihrer hochauflösenden Kamera auf Ihrer Webseite hoch, sollten Sie diese zunächst optimieren.

Ein Bild einer modernen Kamera kann mehrere Megabyte groß sein. Deshalb sollten Sie das Bild auf jeden Fall verkleinern. Entscheiden Sie sich für eine sinnvolle Auflösung. Wir empfehlen Ihnen, dass Sie das Bild als JPG mit 60% Qualität abspeichern. Damit sparen Sie meistens über 90% an Übertragsungsgröße.

Wir haben für Sie ein Testbild in verschiedenen Formaten abgespeichert. Das Resultat finden Sie in der folgenden Tabelle.

Format Auflösung Qualität Größe Gespart
JPG 4500×2980 100 13,1 MB Original
JPG 4500×2980 60 3,30 MB 10,0 MB
JPG 1000×662 60 0,20 MB 12,9 MB
WEBP 1000×662 0,17 MB 12,93 MB

Wenn Sie Ihre Webseite bis in das letzte Detail optimieren möchten, können Sie Bilder auch im WEBP Format hochladen. Wie Sie der Tabelle entnehmen können, ist diese nochmals kleiner als JPG. Der Informationsverlust ist mit dem bloßen Auge gar nicht sichtbar. Wir empfehlen WEBP.

Tipp 3: Machen Sie vom Browser Caching gebrauch

Sie können dem Browser mitteilen, wie lange eine Ressource auf dem Rechner des Nutzers zwischengespeichert werden soll. Das hat zur Folge, dass beispielsweise ein Bild nicht bei jedem Seitenaufruf neu angefordert wird. Ihr Logo wird beispielsweise auf jeder Seite angezeigt. Dieses bei jedem Aufruf herunterzuladen, ergibt faktisch keinen Sinn. Das sorgt für erhöhten Traffic und mehr Ladezeit.

Teilen Sie dem Browser mit, dass es statische Ressourcen für eine bestimmte Zeit nicht erneut erfragen soll.

Wenn Sie einen Apache Webserver nutzen, können Sie mittels einer .htaccess-Datei schnell und einfach Caching für statische Ressourcen aktivieren. Erstellen Sie auf dem Webserver dafür eine Datei mit dem Namen „.htaccess“. Dies funktioniert, wenn das Modul „expires“ auf dem Server eingeschaltet ist. Standardmäßig sollte das Modul zur Verfügung stehen.

<IfModule mod_expires.c>
ExpiresActive On
ExpiresByType image/gif "access plus 14 days"
ExpiresByType image/ico "access plus 14 days"
ExpiresByType image/jpeg "access plus 14 days"
ExpiresByType image/jpg "access plus 14 days"
ExpiresByType image/png "access plus 14 days"
ExpiresByType text/css "access plus 14 days"
ExpiresByType text/javascript "access plus 14 days"
ExpiresByType application/x-javascript "access plus 14 days"
ExpiresByType application/javascript "access plus 14 days"
</IfModule>

Dieses Stück Code sorgt dafür, dass Bilder, Stylesheets und Javascripts 14 Tage nach der ersten Anforderung nicht erneut angefordert werden. Das hat zur Folge, dass die Webseite bei weiteren Aufrufen viel schneller lädt. Sie können den Wert beliebig umstellen. Ziehen Sie bei dieser Entscheidung in Betracht, wie hoch die Wahrscheinlichkeit ist, dass sich diese Datei ändert.

Tipp 4: Aktivieren Sie die GZip-Komprimierung

Aktivieren Sie die GZip Komprimierung für alle Übertragungen. Doch was ist GZip? Das ist eine Komprimierungsmethode. Daten werden mittels aufwändigen Algorithmen auf dem Server verkleinert und übertragen. Auf der Nutzerseite wird die Datei dann wieder in den Originalzustand umgewandelt. Das hat zur Folge, dass die Übertragungsgeschwindigkeit viel höher ist. Es bleibt genügend Bandbreite für parallele Downloads übrig.

Auch dazu geben wir Ihnen einen „.htaccess“ Regelsatz an die Hand. Fügen Sie den folgenden Code einfach Ihrer vorhandenen „.htaccess“-Datei an.

<IfModule mod_expires.c>
   AddOutputFilterByType DEFLATE application/javascript
   AddOutputFilterByType DEFLATE application/rss+xml
   AddOutputFilterByType DEFLATE application/vnd.ms-fontobject
   AddOutputFilterByType DEFLATE application/x-font
   AddOutputFilterByType DEFLATE application/x-font-opentype
   AddOutputFilterByType DEFLATE application/x-font-otf
   AddOutputFilterByType DEFLATE application/x-font-truetype
   AddOutputFilterByType DEFLATE application/x-font-ttf
   AddOutputFilterByType DEFLATE application/x-javascript
   AddOutputFilterByType DEFLATE application/xhtml+xml
   AddOutputFilterByType DEFLATE application/xml
   AddOutputFilterByType DEFLATE font/opentype
   AddOutputFilterByType DEFLATE font/otf
   AddOutputFilterByType DEFLATE font/ttf
   AddOutputFilterByType DEFLATE image/svg+xml
   AddOutputFilterByType DEFLATE image/x-icon
   AddOutputFilterByType DEFLATE text/css
   AddOutputFilterByType DEFLATE text/html
   AddOutputFilterByType DEFLATE text/javascript
   AddOutputFilterByType DEFLATE text/plain
   AddOutputFilterByType DEFLATE text/xml
</IfModule>

Dies aktiviert die GZip-Komprimierung für alle wichtigen Dateiformate. Verwenden Sie dies in Verwendung mit dem Browser Cache, werden Sie bereits einen Boost Ihrer Ladezeit wahrnehmen können.

Tipp 5: Nutzen Sie HTTP/2

Momentan ist noch das HTTP Protokoll in Version 1.1 der Standard. Doch Google und Co. haben eine verbesserte Version entwickelt. Das Ziel ist es, dieses als neuen Standard zu etablieren. Nahezu jedes Browser versteht die neue Version bereits. Sie sollten dies auf jeden Fall zu Ihrem Vorteil nutzen. Denn der Suchmaschinenriese Google wird Sie dafür belohnen.

HTTP/2 ist auf Geschwindigkeit, Effizienz und Sicherheit optimiert. Es werden nur die wichtigsten Informationen übertragen. Ebenfalls werden Dateien nur über eine TCP/IP-Verbindung übertragen. Dies hat zur Folge, dass die Webseitengeschwindigkeit drastisch erhöht wird. Daraus resultiert, dass Ihre Webseite schneller Interaktiv wird.

Wichtig: Für HTTP/2 ist dringend ein SSL-Zertifikat notwendig. Um HTTP in Version 2 verwenden zu können, muss das Apachemodul http2 aktiviert sein. Wenn Sie Zugriff auf die Linux-Konsole haben, können Sie das Modul mit folgendem Befehl aktivieren. Suchen Sie andernfalls den Support auf oder durchsuchen Sie die Wissensdatenbank Ihres Webhosters.

a2enmod http2; systemctl restart apache2

Nun ist das Modul auf Ihrem Webserver aktiviert. Das hat zur Folge, dass Sie das neue Protokoll nun aktivieren können. Dazu müssen Sie in der Virtual-Host Datei Ihrer Webseitenkonfiguration folgendes einfügen:

<VirtualHost *:443>
  ServerName example.com
  ServerAlias www.example.com
  DocumentRoot /var/www/public_html/example.com
  SSLEngine on
  SSLCertificateKeyFile /path/to/private.pem
  SSLCertificateFile /path/to/cert.pem
  SSLProtocol all -SSLv3 -TLSv1 -TLSv1.1
  Protocols h2 http/1.1 # <- 
</VirtualHost>

Sollten Sie dazu keinen Zugriff haben, fragen Sie auch hier beim Support Ihres Webhosters nach. Dieser wird Ihnen, wenn Sie einen guten Hoster gewählt haben, gerne schnell weiterhelfen.

Tipp 6: Verwenden Sie ein CDN

CDN steht für Content Delivery Network. Es gibt viele kostenlose CDN Anbieter. Doch wofür sind diese gut? Und was machen Sie?

Ein CDN spiegelt Ihre Dateien und bietet diese über den Server an, der am nähesten zum Seitenbesucher steht. Stellen Sie sich vor, Sie würden Ihre Webseite in Frankfurt hosten. Das ist nicht ungewöhnlich. Nun gibt ein Nutzer auf München Ihre Webseitenadresse ein. Der Browser verbindet sich dann mit dem Server in Frankfurt. Je weiter weg der Server steht, desto höher ist die Latenz. Nämlich die Zeit, die das Paket benötigt um vom Anfragenden zum Server zu gelangen.

Wenn Sie ein CDN verwenden, wird mit hoher Wahrscheinlichkeit ein Spiegelserver in München stehen. In diesem Fall würde sich der Nutzer nicht mit dem Server in Frankfurt verbinden, sondern die Anfrage zum Server in München schicken. Die Distanz ist signifikant geringer. Somit ist auch die Latenz spürbar niedriger. Effektiv lädt Ihre Webseite dann schneller. Ihr PageSpeed steigt dadurch.

Viele CDN Dienste bieten auch weitere Features an. Beispielsweise ist GZip immer aktiviert, das Caching wird automatisiert verwaltet und die neuesten Webfuntkionen werden genutzt.

Bekannte CDN Anbieter sind beispielsweise

  • Cloudflare
  • Akamai
  • KeyCDN
  • oder sogar die Google Cloud CDN.

Nicht jedes dieser Anbieter hat kostenfreie Pakete. Wir empfehlen Cloudflare. Dieser Anbieter bietet sehr viele Serverstandorte über Europa verteilt. Auch in anderen Kontinenten stehen viele CDN Server. Außerdem ist die Einrichtung relativ einfach.

Tipp 7: Vermeiden Sie (zu viele) externe Scripts und Styles

Der Trend ist zwar eher sinkend. Doch noch heute verwenden viele Webseiten jQuery. Dabei nutzen viele Webseitenbetreiber einen CDN-Link zum jQuery Script. Das größte Problem besteht, wenn Sie beispielsweise weitere Bibliotheken von anderen CDNs laden lassen. Das Ergebnis sollte Ihnen bereits bekannt sein. Der Browser muss sich zu vielen weiteren Server verbinden. Die Ladezeit steigt.

Wenn möglich, sollten Sie alle Skripts die Ihrer Webseite angehören und benötigt werden von einem Server herunterladen lassen. Nicht über mehrere. Laden Sie die Datei vom CDN herunter. Laden Sie diese anschließend auf Ihren eigenen Server hoch.

Vermeiden Sie bitte auch zu viele Dateiverlinkungen. Sollten Sie mehrere JavaScript Bibliotheken verwenden, verschmelzen Sie diese bitte zu einer Datei.

Tipp 8: Verkleinern Sie Ihren CSS und JS Code

Wenn Sie den vorherigen Schritt befolgt haben, gilt es noch eine Kleinigkeit zu beachten. Möglicherweise haben Sie schön formatiertes JavaScript selbst geschrieben oder von einer anderen Webseite heruntergeladen. Für die Lesbarkeit des Programmierers ist es wichtig, sinnvolle Variablennamen und Kommentare zu verwenden. Doch dem Browser ist das nicht wichtig. Aus diesem Grund sollten Sie Ihre Codes in jedem Fall verkleinert (minimiert) anbieten.

Die Übertragungsgröße für jQuery 3 liegt mit aktivierter GZip Komprimierung bei 82889 Bytes. Minimiert sind es nur noch 30638. Das sind etwa 40% Unterschied. Welche Folge das hat, sollte Ihnen mittlerweile bekannt sein. Sie sparen enorm viel Übertragungsgröße. Die Ladezeit und das Auswerten des Scripts werden signifikant schneller sein.

Im Internet finden Sie mehrere kostenlose Tools zum Verkleinern Ihrer Scripts und Stylesheets.

Link: Verkleinerter Code, Rechts: Original Code

Sollten Sie WordPress nutzen, gibt es tolle kostenlose Plugins. Diese fügen für Sie alle Scripts und Stylesheets zusammen und verkleinert diese sogar. Schauen Sie sich beispielsweise mal das Plugin WP Super Minify an. Nutzen Sie es, um Vorteile im PageSpeed zu erhalten.

Tipp 9: Nutzen Sie Lazy Loading

Wenn Sie sehr viele Bilder auf Ihrer Webseite anzeigen wollen, sollten Sie Lazy Loading verwenden. Sie fragen sich, was das ist? Wir erklären es Ihnen.

Diese Technik kann die Ladezeit Ihrer Webseite drastisch verbessern. Ein Script sorgt dafür, dass Bilder erst vom Server heruntergeladen werden, wenn diese benötigt werden. Bilder werden erst geladen, wenn der Nutzer in den Bereich scrollt, in dem sich das Bild befindet.

Für WordPress gibt es dafür auch ein Plugin. Es nennt sich „Lazy Load„.

Fazit zur PageSpeed Optimierung

Mit ein paar Griffen können Sie die Ladezeit Ihrer Webseite drastisch senken. Es gibt noch ein paar weitere Möglichkeiten, Ihren PageSpeed zu optimieren, doch dies waren die wichtigsten.

PageSpeed ist ein wichtiger Faktor für SEO. Vergessen Sie jedoch bitte nicht, dass es nur ein Faktor von vielen ist. In unserem Blog finden Sie weitere Einträge zu diesem Thema.

Wenn Sie Fragen zum Thema PageSpeed haben, können Sie uns gerne kontaktieren. Wir schauen uns auch Ihre Webseite für eine kostenlose erste Analyse an. Im Kommentarbereich beantworten wir ebenfalls antworten. Zögern Sie nicht. Nutzen Sie das Wissen zu Ihrem Vorteil.

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Über den Autor Dennis Ziolkowski

Mein Name ist Dennis Ziolkowski und ich bin Full Stack Developer. Meine Entwicklungsumgebung mag ich, wie meinen Kaffee, am liebsten im Dark Theme. Ich entwickle Webseiten und automatisierte Lösungen für allerlei Themenbereiche. Dabei denke ich zukunftsorientiert an beinahe jeden möglichen Stolperstein. Ich neige dazu, die Nacht vor dem Rechner zu verbringen, weil ich mal wieder etwas Neues herausgefunden habe und sofort damit rum-tüfteln muss.

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